Was war CCAMM? ¶
Alpine Massenbewegungen wie Schnee- und Eislawinen, Murgänge, Rutschungen sowie Fels- und Bergstürze – oder deren Kombination – gehören zum natürlichen Erscheinungsbild alpiner Hochgebirgsräume. In dicht besiedelten Regionen stellen sie jedoch eine erhebliche Gefahr dar.
Die Entstehung und das Auftreten solcher Prozesse werden von verschiedenen Faktoren bestimmt: geologische Eigenschaften, Materialverfügbarkeit, Hangneigung, Höhenlage oder Landnutzung spielen ebenso eine Rolle wie meteorologische Einflüsse. Insbesondere Temperatur und Niederschlag tragen massgeblich zur Auslösung bei. Vor diesem Hintergrund stellt sich in Zeiten des Klimawandels unweigerlich die Frage, welche Auswirkungen klimatische Veränderungen auf gravitative Naturgefahren im Alpenraum haben.
Dieser gesellschaftlich hochrelevanten Fragestellung widmete sich das inter- und transdisziplinäre Forschungsprogramm CCAMM – Climate Change Impacts on Alpine Mass Movements der WSL. Ziel war es, die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Massenbewegungen besser zu verstehen und darauf aufbauend gesellschaftliche Anpassungsstrategien zu untersuchen. Das Programm schuf wissenschaftliche Grundlagen für einen effektiven Umgang mit zukünftigen Herausforderungen und leistete damit einen Beitrag zur Risikominderung sowie zur langfristigen Stärkung der Resilienz.
CCAMM wurde in drei Phasen durchgeführt und gliederte sich in sieben Arbeitspakete mit insgesamt 31 Teilprojekten. In der ersten Phase standen folgende Schwerpunkte im Fokus: Disposition, Dynamik sowie Risiko und Klimaanpassung. Mit Beginn der zweiten Phase kamen zwei weitere Arbeitspakete hinzu: Prozesskaskaden und Frühwarnung. Die dritte Phase diente dem Übergang und der Weiterführung der Forschung in Aufbauprojekte und dem Outreach (Wissenstransfer)
Insgesamt arbeiteten über 60 Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen im internationalen CCAMM-Team zusammen – darunter 18 Doktorierende und 16 Postdocs. Sie stammten aus verschiedenen Forschungsgruppen der WSL und des SLF sowie von Partnerinstitutionen wie der ETH Zürich, der EPFL und der Technischen Universität München. Ergänzt wurde das Team durch Studierende, die im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten oder Praktika Beiträge leisteten. Zudem wurden gezielt Praxispartnerinnen und -partner einbezogen, um aktuelle Bedürfnisse und Herausforderungen aus der Anwendungsperspektive aufzunehmen.